Klosterweiher wird entschlammt! Oder auch nicht!

Klosterweiher wird entschlammt! Oder auch nicht!

Am 15.06.2020 begannen die Arbeiten am Kosterweiher in St. Jöris. Ziel war es den Klosterweiher trocken zu legen um den Weiher ausbaggern zu können. Eine solche Aktion wurde vor ca. 30 Jahren auch schon einmal durchgeführt. Neben der Beseitigung des Schlammes, welcher über die Jahrzehnte aus den umliegenden Feldern über den Merzbach in den Dorfweiher gespült wurde, wurde der Merzbach auch vom Weiher getrennt um einer erneuten Verschlammung entgegen zu wirken.

Nachdem das Wasser abgelassen war und alle Fische gerettet wurden, wurde schweres Gerät in den Weiher gelassen um mit den Baggerarbeiten zu beginnen. An dieser Stelle einen Großen Dank an die freiwillige Feuerwehr, die hier tatkräftige Unterstützung geleistet hat. Zu diesem Zeitpunkt machte das ganze noch einen sehr professionellen und durchdachten Eindruck. Leider blieb das nicht lange so. 

Sofort wurde mit einem Bagger Schlamm bewegt und dieser an einer Stelle nahe des Ufers aufgehäuft. Dort sollte der Schlamm trocknen damit dieser effizient zur Verbrennung gefahren werden konnte. Eine Verbrennung des Schlamms wäre notwendig da der Weiher mit Schadstoffen belastet ist. Soweit so gut. Veranschlagt wurde nach unbestätigten Quellen übrigens 80.000€ für die ganzen Arbeiten. Und wie üblich wenn die öffentliche Hand etwas plant wurde es auch hier teurer. ganze 120.000€ hat die ganze Aktion gekostet (Quelle: Aachener Nachrichten vom 31.10.2020) . 

Da ich kein Fachmann für das Ausbaggern von Dorfteichen bin habe ich ein paar Fragen zusammengetragen und diese an den zuständigen Mitarbeiter der Stadt Eschweiler gestellt. 

Hier kurz die Zusammenfassung der Fragen. die komplette Mail packe ich weiter unten in diesen Artikel.

  1. Warum wurde der Schlamm hauptsächlich abtransportiert, wenn er nass war und nicht in den langen Trockenphasen?
  2. Warum wurde der Schlamm auf einen Haufen gebaggert auf dem er nicht durchtrocknen konnte und nicht trockener Schlamm auf der Fläche abgetragen?
  3. Warum wurde der nicht abtransportierte Schlamm an der Insel aufgeschüttet? Beim nächsten Regen wird dieser wieder in den Weiher gespült da dieser über die Befestigung der Insel gebaggert wurde. Nur so am Rande.
  4. Was ist mit der Belastung des Schlamms. Musste dieser nicht wegen der hohen Schadstoffansammlung extra verbrannt werden? Und jetzt wir eben dieser Schlamm an die Oberfläche geholt und kann, wenn er trocken ist durch den Wind abgetragen und im Dorf verteilt werden.
  5. Stimmt es das die ganze Aktion 120.00€ gekostet hat? Und das für das abbaggern von sehr viel Regenwasser
  6. Warum konnte der Müll, welcher zum Teil übrigens heute noch am / im Weiher liegt erst nach 139 Tagen entsorgt?

Leider erhielt ich am 2.11. nur die Info das meine Anfrage an den Pressesprecher der Stadt weitergeleitet wurde. Ist so was normal für eine Anfrage eines Bürgers über den Verbleib von Steuergeldern?

Leider habe ich bis heute 15.11.2020 noch keine weitere Antwort der Stadt Eschweiler erhalten. Dieses Verhalten trägt nicht dazu bei das ich hier das Gefühl bekomme das hier alles mit rechten Dingen zugegangen ist.

Sehr geehrter Herr _______,

Aus dem letzten Artikel in der Filmposte habe ich entnommen, dass Sie bzw. Ihre Abteilung für die Arbeiten am Klosterweiher in St. Jöris zuständig sind.

 

Nun nach 139 Tagen wurde der Bagger aus dem ehemaligen Klosterweiher in St. Jöris abgezogen. Da auch die Sperrschilder entfernt wurden nehme ich einmal an das die Arbeiten beendet wurden.

 

Allerdings verstehe ich nicht was hier wirklich gemacht wurde. Liegt sicher daran das ich Laie bin und mich nicht mit Tiefbau oder dem ausbaggern von Weihern auskenne, aber vielleicht können Sie mir hier einige Fragen beantworten.

 

Begonnen wurde am 15.06.2020. Alles recht spektakulär, mit Fischen fangen Spezialbagger und viel drum rum. Soweit alles OK. Aber was danach kam war nicht wirklich ein arbeiten an dem Weiher.

Ich selbst wohne in St. Jöris und habe hier über die vergangenen 139 Tage nicht wirklich viel an arbeiten miterleben können.

Natürlich war ich auch nicht immer im Dorf, aber die Fortschritte waren gut zu sehen, oder besser gesagt eben nicht zu sehen.

 

Am Anfang wurde hier erst einmal viel Schlamm von A nach B gepackt und dann zum Abtrocknen liegen gelassen. Soweit komme ich noch mit. Im Sommer war es auch lange Zeit (ca. bis Mitte September) recht warm, sodass der Schlamm gut getrocknet war. Nur leider wurde hier nichts abgeholt bzw. nur verschwindend kleine Mengen.

Bis es wieder anfing zu regnen. Danach wurde dann weiter abgeholt. Hätte man hier nicht, als es noch Sommer und warm war, großflächig die trockene Schlamm Oberfläche abbaggern müssen und diese sofort entsorgen müssen? Stattdessen wurde nur von dem mit Strohballen begrenzten Haufen abgebaggert der viel zu groß war das dieser hätte durchtrocknen können.

 

  1. So ging das dann mehr schlecht als recht weiter bis letzte Woche. Speziell am Samstag den 31.10.2020. Nun wurde der restliche Schlamm, und das ist nicht wenig, an die Böschung der Insel verlagert. Welchen Sinn macht das denn? Selbst ich habe schon im Sandkasten gelernt das Dreck welcher an dem Rand eines Loches liegt dort nicht liegen bleibt, wenn das Loch mit Wasser gefüllt wird. Der Schlamm wird also binnen kürzester Zeit wieder da sein wo er am Samstag mühevoll weggebaggert wurde.

Was ist mit der Belastung des Schlamms. Musste dieser nicht wegen der hohen Schadstoffansammlung extra verbrannt werden? Und jetzt wir eben dieser Schlamm an die Oberfläche geholt und kann, wenn er trocken ist durch den Wind abgetragen und im Dorf verteilt werden.

 

Stimmte es das die ganze Aktion 120.000€ gekostet hat? Da frage ich mich ganz ehrlich wie hoch hier die Kosten für die Verbrennung der paar LKW war. Sollten ja nicht mehr als 12 LKW-Ladungen gewesen sein, wenn hier 350 Tonnen Wasser mit ein wenig Schlamm abtransportiert wurden.

 

1986-1987 wurde der Weiher das letzte Mal ausgebaggert. Mal abgesehen das damals die Stadt Eschweiler mit 3 LKWs den Schlamm abgefahren hat und die Arbeiten dadurch in einem Bruchteil der Zeit erledigt waren so wird es dieses Mal definitiv keine 34 Jahre dauern bis der Weiher wieder verschlammt ist. Und für diese Aussage muss ich kein Experte sein.

 

Meines Erachtens wurden hier die 120.000€ zu einem Großteil in den Sand gesetzt und das verwundert mich doch sehr, weil ich bisher immer dachte die Stadt Eschweiler könnte solch eine Summe besser einsetzen als ein wenig Schlamm von A nach B zu verschieben.

 

Und zum Schluss nur noch eine Frage. Was passiert eigentlich mit dem Müll, der aus dem Weiher herausgeholt wurde und nun auch schon seit Juni neben dem Weiher liegt? Immerhin ist der Müll ja auch schon von Anfang an aufgehäuft.

 

Zur Veranschaulichung meiner Fragen und des aktuellen Zustandes des Weihers packe ich mal ein paar Bilder in den Anhang. Gerne kann ich Ihnen auch noch ein paar Bilder vom Beginn der Arbeiten senden auf denen Sie sehen können das die Änderungen nicht wirklich zu einer Verbesserung beigetragen haben.

 

Über eine Stellungnahme der Stadt, welche ich selbstverständlich auch meinen Mitbürgern mitteilen möchte würde ich mich sehr freuen.

 

Viele Grüße und vielen Dank für Ihre Mühe

Rüdiger Wahl

Sehr geehrter Herr Wahl,

 

hiermit bestätige ich Ihnen den Eingang Ihrer E-Mail.

Ich habe diese zuständigkeitshalber an den Pressesprecher der Stadt weitergeleitet.

 



Mit freundlichem Gruß

Im Auftrag

 

__________

 

Stadt Eschweiler

Die Bürgermeisterin

661 – Abteilung für Kanalbau
Johannes-Rau-Platz 1      

52249 Eschweiler  

 

 

www.eschweiler.de

service.eschweiler.de

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Alle Bilder in diesem Artikel unterliegen dem Copyright und stammen entweder von mir oder wurden mir von Frank zur Verfügung gestellt.